Praxisbegleitende Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft im Drucken nach C. Freinet          

 

- Die Weiterbildung 2019 war sehr schnell ausgebucht. Untenstehend findet ihr die Ausschreibung mit den alten Terminen; die neuen Termine für 2020 kommen bald! - 

 

Ausschreibung

 

Das Setzen eines eigenen Textes, die Herstellung eines Druckstocks nach einem eigenen Entwurf und das anschließende Drucken mit einer Presse ist eine spannende Angelegenheit. Der Einstieg in dieses alte Handwerk ist einfach und doch sind die Möglichkeiten grenzenlos. Dabei gibt es passende Herausforderungen für Dreijährige genauso wie für ausgebildete KünstlerInnen.

 

Für Celestin Freinet war das Drucken in den 20iger Jahren eine revolutionäre Tätigkeit. Den Kindern mit der Druckerei das Wort zu geben, war für ihn der entscheidende Hebel, sie vom Objekt staatlicher Dressur zum Subjekt ihres eigenen Bildungsprozesses werden zu lassen. Mit den eigenen Texten lesen und schreiben zu lernen statt mit sinnentleerten Fibeltexten bedeutet, sich diese wichtigste aller Kulturtechniken als Erweiterung der eigenen Ausdrucks-möglichkeiten anzueignen und nicht als fremdbestimmtes Arbeitswerk-zeug.

 

Dieser Aspekt des selbst bestimmten Lernens oder, wie man heute sagt, der Resilienz (Selbstwirksamkeit) ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Aber ob das Drucken auch im digitalen Zeitalter immer noch ein so emanzipatorisches Werkzeug ist wie damals, werden wir im Rahmen der praxisbegleitenden Weiterbildung vermutlich nicht abschließend klären können, zumal der Mythos des Revolutionären viel von seiner Strahlkraft verloren hat.  Wir haben gelernt, mit kleineren Brötchen zufrieden zu sein. Da stellen sich die Fragen anders. Ist der Aufwand, den ich betreiben muss, wenn ich regelmäßig mit meinen Klienten drucke, im Vergleich zum pädagogischen Ertrag gerechtfertigt? Wie lässt sich dieser Ertrag maximieren? Und vorher noch: Was gibt es alles für Techniken, Organisationsformen, Projektmöglichkeiten usw.? Und wenn mich Eltern, meine SchulleiterIn oder meine Klienten selbst fragen: Warum sollen wir das tun? Warum sollen wir dafür Geld ausgeben usw., was sage ich denen dann?

 

Ziel der Weiterbildung ist es also, das pädagogische Drucken als Bereicherung der eigenen Berufspraxis als PädagogIn einsetzen zu können. Das wird je nach Arbeitsplatz sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Weiterbildung viel Raum für individuelle Schwerpunktbildung bietet. Ich werde mich in meiner Arbeit als Leiter von der Haltung leiten lassen, die Freinet so formuliert hat: „Erst die Arbeit, dann die Erfahrung und am Ende das Wissen.“

 

 Leitung: Matthias Heinrichs

 

Kosten

360€ für sechs Weiterbildungstage á 6 Std. (ermäßigt 240€)

 

Inhalte und Termine

 26.-28.4.     handwerkliche Grundlagen 1 (Monotypie, Bilderdruck, Drucken ohne Presse)

 24.-26.5.     handwerkliche Grundlagen 2 (Letterndruck, Umgang mit verschiedenen Druckpressen)

 7.-9.6.         Warum Drucken? Sammeln und ausprobieren von Projektideen

 28.-30.6      Präsentationswochenende – Auswertung (Präsentation eigener Projekte, Fragenbox, Fördermöglichkeiten…

die Arbeitszeiten an den Wochenenden sind jeweils Freitag 17-20h, Samstag 10-17h und Sonntag 10-13h

 

Anmeldung    hier