Was uns bewegt

Ein Druckprojekt mit Darmstädter Intensivklassen im schuljahr 2021/22

Im Schuljahr 2021/2022 haben wir mit den Schüler*innen der beiden Intensivklassen der Mornewegschule in Darmstadt das Projekt „Was uns bewegt“ durchgeführt.

 

In den Intensivklassen werden je bis zu 20 Schüler*innen zwischen 10 und 16 Jahren aus aller Welt auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, Deutsch als Zweitsprache zu erlernen.

 

Jede Woche kamen die Schüler*innen zu uns die Druckwerkstatt. Hier erarbeiteten wir neue Formen des Ausdrucks in Wort und Bild.

 

Der Schwerpunkt lag darauf, den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, die deutsche Sprache als eine neue Ausdrucksmöglichkeit für ihre Interessen, Gefühle und Geschichten zu erleben. Das handwerkliche Setzen von Texten und die Druckgrafik sind inspirierende Techniken, die dabei helfen können.

 

Das handwerklich-künstlerische Drucken ist eine Technik, bei der viel nonverbal erklärt kann. Auch Ungeübte kommen schnell zu sie persönlich beglückenden Ergebnissen. Eine Besonderheit war auch, dass Schüler* wie Lehrer*innen gleichermaßen keine Druckerfahrung hatten. So konnten wir uns auf Augenhöhe zu einem für alle gleich unbekannten Lernfeld begegnen.

 

Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der Arbeit mit Lettern beim Schrift- und Spracherwerb: Buchstaben aus Blei oder Holz werden beim Setzen und Drucken plötzlich haptisch erfahrbar und Sprache erhält somit einen ganz neuen, multidimensionalen Zugang.


Mit Methoden des freien Schreibens und Zeichnens wollten wir die Schüler*innen anregen, ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Deutschland aber auch aus ihrem Herkunftsland, zusammen mit Freund*innen und ihrer Familie, Zukunftspläne, Wünsche, Sorgen, kurz alles, was sie bewegt, in Worte und Bilder zu fassen. Dabei wollen wir es auch ermöglichen, dass sie in ihrer Muttersprache schreiben und dann die Texte in einem zweiten Schritt übersetzt werden.

 

Die Ergebnisse präsentierten sie in der Schule, in unserer Zeitung "Wir haben das Wort!" und zum Ende des Schuljahres auch in einer großen Abschlussausstellung an der Kulturtanke in Darmstadt.

 

Die Schüler*innen erarbeiten nicht nur eine Ausstellung ihrer Druckerzeugnisse, sondern auch eine Druckvorführung, bei der sie allen Besucher*innen verschiedene Techniken zeigten und erklärten, was sie alles in der Zeit bei uns gelernt haben.

Wir waren sehr stolz auf unsere Schüler*innen, die wir im Laufe der Zeit liebgewonnen haben und deren Präsentation uns zeigte, wie viel von dem, was wir erarbeitet haben, bei ihnen hängengeblieben ist. Auch die Lehrkräfte konnten sie mit ihrer souveränen Art beeindrucken.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Kulturfonds Rhein Main, der uns die Begleitung der beiden Schulklassen mit dem Projekt "kunstvoll" über ein ganzes Schuljahr ermöglicht hat!

 

Selbstportraits Drucken in Milchkarton

Namen setzen und das Selbstporträt ergänzend bedrucken

Die Namen aller Schüler*innen wurden in einem Setzrahmen gesammelt. So konnten alle Namen als "Unterschrift" unter Gemeinschaftswerke gesetzt werden.  

"Mein bester Freund / Meine beste Freundin" war ein Thema, das wir unter anderem mit Schriftzügen in Milchkarton bearbeitet haben.

Fadendruck als künstlerische Drucktechnik

In Rücksprache mit den Lehrkräften entwickelten wir die Idee T-Shirts zu bedrucken, deren Aufdruck sie als Klasse gemeinsam erarbeiten sollten. Darauf verwandten wir ganze Projekttage, an denen die Klassen in ihrer Wanderwoche zu uns kamen. Die T-Shirts, sowie Turnbeutel, die wir in diesem Rahmen bedruckt haben, wurden uns dankenswerterweise vom Jugendforum* Darmstadt gesponsert.

Projekttage in der Druckwerkstatt: Bedrucken von Shirts und Turnbeuteln mit verschiedenen Techniken

Abschlusspräsentation und Druckvorführung an der Kulturtanke im Sommer 2022